Yoga und Psychologie – ein Weg der inneren Entwicklung
- Sarah Hofstaedter

- vor 6 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Viele Menschen beschäftigen sich heute mit Yoga oder mit Psychologie. Und trotzdem höre ich in Gesprächen, in Yogastunden oder auch in meiner psychologischen Arbeit immer wieder Ähnliches: „Ich übe so viel – und fühle mich trotzdem innerlich gestresst.“ Oder: „Ich verstehe mich selbst immer besser, aber so richtig verkörpert fühlt es sich nicht an.“
Genau hier beginnt für mich die spannende Verbindung von Yoga und Psychologie. Nicht als theoretisches Konstrukt, sondern als ganz praktischer Weg der inneren Entwicklung – mitten im Alltag.
Yoga ist kein Turnsport – und Psychologie kein verstaubtes Wissen
Yoga wird heute oft auf das reduziert, was auf der Matte passiert: Atmen, Dehnen, vielleicht noch Meditieren. Und ja – das allein kann schon herausfordernd genug sein. Aber Yoga ist so viel mehr als das.
Yoga ist eine Philosophie, aus der sich über Jahrtausende ein System entwickelt hat, mit dem wir ganz alltagstauglich arbeiten können: im Umgang mit Gedanken, Emotionen, Beziehungen – und mit der Welt. Das Ziel ist nicht die perfekte Haltung, sondern innere Freiheit, Klarheit und Lebendigkeit.
Genauso wird auch Psychologie oft missverstanden: als reine Theorie, als etwas für Therapieräume oder Lehrbücher. Dabei geht es in der Psychologie im Kern um genau das Gleiche – um Denken, Fühlen und Verhalten. Um innere Muster. Um Bewusstsein.

Patanjali und der „Yoga des Geistes“
Eine der zentralen Schriften des Yoga ist das Yoga Sutra von Patanjali. Darin beschreibt Patanjali vor allem den sogenannten Raja Yoga – den Yoga des Geistes. Es geht um Bewusstsein, Konzentration, Meditation und darum, die Ursachen von Leiden zu erkennen und zu transformieren.
Spannend finde ich: Der Körper spielt hier zunächst nur eine untergeordnete Rolle. Erst später – vor allem im Hatha- und Tantra-Yoga – wurde klar, dass der Körper kein Hindernis auf diesem Weg ist. Ganz im Gegenteil: Er ist das Gefäß, in dem all diese inneren Prozesse stattfinden. Über den Körper erleben wir die Welt, über ihn verkörpern wir Veränderung.
Wo Yoga und moderne Psychologie sich berühren
An genau diesem Punkt beginnen sich Yoga und Psychologie stark zu berühren.Die moderne Psychologie erforscht Denken, Fühlen und Verhalten mit wissenschaftlichen Methoden. Yoga hat das bereits vor Jahrtausenden getan – nur in einer anderen Herangehensweise, in einem anderen kulturellen Kontext.
Vieles von dem, was Yogis damals beschrieben haben, bestätigt sich heute in Studien. Anderes braucht Einordnung und Übersetzung, damit es in unsere heutige Lebensrealität passt. Und genau deshalb war Yoga nie ein reines Selbststudium.
Lernen im Austausch – Parampara
Traditionell wurde yogisches Wissen vor allem mündlich weitergegeben. Dieses Prinzip nennt sich Parampara – „von einem zum anderen“. Es beschreibt einen wesentlichen Aspekt des yogischen Weges: Tiefes Verstehen entsteht im Austausch. In Beziehung. Nicht allein durch Bücher oder Theorie, sondern durch Begleitung, Reflexion und Erfahrung.
Das gilt aus meiner Sicht heute mehr denn je – gerade wenn wir Yoga nicht nur praktizieren, sondern auch weitergeben.
Ein konkretes Beispiel: Yamas & Niyamas
Wie Yoga und Psychologie konkret zusammenwirken können, zeigt sich schön an den Yamas und Niyamas – den ethischen Leitlinien des Yoga.
Wir können sie dogmatisch übernehmen. Oder wir können sie reflektieren und selbstwirksam entscheiden was uns entspricht. Und genau hier kommt die Psychologie ins Spiel: Welche Werte fördern heute mentale Gesundheit? Was stärkt Selbstmitgefühl? Was unterstützt stabile, lebendige Beziehungen – zu anderen und zu uns selbst?
Diese Verbindung ermöglicht es, alte Weisheit nicht nur zu verstehen, sondern lebendig und zeitgemäß zu integrieren.
Warum diese Verbindung heute so wichtig ist
Sich alleine durch jahrtausendealte Yogatradition und moderne Psychologiewissenschaft zu arbeiten, ist nicht immer leicht. Und auch nicht nötig. Deshalb braucht es Menschen, die diese Brücke schlagen – Yogalehrer:innen, Psycholog:innen, Begleiter:innen, die bereit sind, beide Perspektiven miteinander zu verweben.
Gerade im Yogaunterricht zeigt sich immer wieder: Wir begleiten Menschen als komplexe Wesen mit Emotionen, Geschichten, Nervensystemen, Lebenserfahrung. Und dafür braucht es mehr als Asana-Wissen.
Eine Einladung
Wenn du selbst auf dem Weg der inneren Entwicklung bist – oder Yoga unterrichtest und spürst, dass dich psychologische Fragen immer mehr interessieren – dann lade ich dich ein, diesen Weg nicht alleine zu gehen.
In meiner Membership verbinde ich Yoga und Psychologie in einer begleiteten Praxis: mit Yin Yoga, Hatha Yoga, Meditation, Breathworkd und psychologischem Hintergrundwissen. Es gibt zwei Level – je nachdem, wie tief du eintauchen möchtest. Mehr dazu findest du über diesen Link.
✨ Yoga zu unterrichten bedeutet nicht, fixe Antworten zu liefern – sondern Räume zu halten. Und dort, wo yogische Praxis auf psychologisches Verständnis trifft, entsteht eine Tiefe, die nicht nur Schüler:innen berührt, sondern auch uns selbst als Lehrende weiter wachsen lässt. ✨
Love & Peace
Sarah




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